Dienstag, 12. März 2013

körperlich wieder zu Hause, gedanklich noch in Afrika...

Hallihallo,

nun waren die Infos aus Kapstadt doch sehr spärlich. Das lag einfach daran, dass Alex und ich die 6 Tage, die wir hatten, voll und ganz ausgenutzt haben und so viel unterwegs waren, dass einfach für nichts anderes mehr Zeit hatte.

Daher nun also noch die Ansage:
Wir sind gut und behütet gestern in Frankfurt wieder eingetroffen (zum Glück nicht heute, da ist ja alles dicht) und dann gegen Mittag auch wieder in Halle.
Unsere Körper wehren sich aber noch sehr gegen das kalte Deutschland, Kopfschmerzen, rissige Haut und brennende Haut sind die Folge von einem Temperatursprung von 35 Grad.
Aber uns bleiben unendlich schöne Erinnerung, 751 Fotos und die Bräune unserer Haut- in Gedanken werden wir wohl noch eine Weile in Südafrika verweilen.

Montag, 4. März 2013

Zu Zweit in Kapstadt

Hallo hallo,

dank kostenlosem W- Lan in dieser absolut wundervollen Lodge und Lindas mitgebrachter USB- Tastatur nun also Neuigkeiten aus Kapstadt.

Erstmal: Alex ist gut in Johannesburg gelandet, sogar 35 Minuten eher als geplant. Am Flughafen ging auch alles ganz schnell, so mit den Passkontrollen und Gepäckholen (das beides kann ja in Südafrika auch mal locker 2 h dauern, bloß keine Hektik) und so sind wir also wunderbar entspannt zusammen nach Kapstadt gestartet. Der Flug war okay, mit freier Sicht nach unten auf das Land.

In Kapstadt hat uns dann ein Taxifahrer abgeholt und uns zu dem Lodge in der Wale Street, direkt neben dem Zentrum, gefahren. Dort angekommen waren wir erstmal total begeistert. Eine tolle Gegend (in der man nachts problemlos auch mal nach Einbruch der Dunkelheit herum laufen kann) und ein wahnsinnig tolles Lodge. Alles wunderbar.
Wir sind dann abends noch afrikanisch Essen gegangen und haben uns umgesehen- auch wenn es eine TouriStadt ist (ich weiß nicht, wie viel Deutsche wir hier so hören) erkennt man immer noch viel Armut. Es gibt hier nach wie vor viele Bettler und von dem Weg zum Flughafen in die Stadt sind wir an zwei sehr übel aussehenden Townships vorbei gefahren.

Gestern waren wir den ganzen Tag unterwegs. In Kapstadt gibt es zwei Bustouren (RedBus und BlueBus) und wir haben eine davon genommen. Man fährt in Doppelstockbussen 17 Stationen einer bestimmten Route ab, man kann auf- und absteigen, wie man lustig ist und kann somit alle wichtigen Punkte erreichen. Eine wirklich tolle Sache. Dazu gibt es im Audio Guide wertvolle Informationen. Die Blaue Tour fährt dann für uns am Freitag alle Weingebiete ab, inklusiver Weinprobe :)
So haben wir uns also gestern einen Überblick über die Stadt geschaffen, sind auch etwas erhöht gen Tafelberg gefahren (der steht für Donnerstag an) und dann zum wunderbaren Atlantik- Strand nach Camps Bay. Da kam dann richtige Urlaubsstimmung auf: Sonne, Meer (12°C) und Strand.
So sind wir also den ganzen Nachmittag noch mit dem Bus rumgetingelt, sind an den verschiedensten Stationen ausgestiegen und haben nun einen recht guten Überblick.
Gleich geht es los und wir wandern auf den Lion´s Head- ein Teil des Tafelbergs!

Seid lieb gegrüßt von
Anne- Judith und Alex



Samstag, 2. März 2013

Nach vier Wochen endlich die Königin der Löwen...

Hallo ihr Lieben,

nun schreibe ich euch, während hier mein letzter Abend in Johannesburg in vollem Gange ist. Vor vier Wochen war ich in Frankfurt auf meinem Weg nach Südafrika. Unglaublich, wie die Zeit rennt!!!

Heute waren wir im Rhino und Lion Park. Endlich, endlich habe ich einen Löwen in freier Wildbahn gesehen- nur zwei Meter vom Auto weg. Da wird einem doch ein wenig anders, wenn man weiß, dass im Grunde keine Distanz zwischen dir und dem Tier ist- kein Zaun, kein nichts. Im Ernstfall kommt der Löwe zu dir ins Auto und isst dich zum Mittag!
In dem Park haben sie drei Männchen und Weibchen, die man safariähnlich in dem Gelände beobachten kann. Natürlich gab es auch ganz viele Rhinos, deswegen heißt er ja so :)
Weiterhin konnte ich mich mal mit den südafrikanischen Schlangen vertraut machen, denn auf dem Gelände gab es ein Reptilienhaus. Irgendwie sind hier alle Schlagen entweder extrem giftig oder sofort tödlich giftig. Die Wahl fällt einem da doch sehr schwer. Weiterhin war auf dem Gelände eine 60m tiefe Tropfsteinhöhle, die man besichtigen konnte. Alles sehr sehr beeindruckend.

Nun habe ich also all meine Sachen im Koffer verstaut und das Appartement etwas auf Vordermann gebracht während mein Alex gerade eben in Frankfurt eingetroffen ist. Es ist sehr interessant, was ich für ein unterschiedliches Zeitempfinden hatte. Am Anfang dachte ich, dass vier Wochen ja wohl eher nie vorbei gehen und nun ging es doch ganz schön schnell. Ich habe viel gesehen, viel gelernt und viele tolle neue Erfahrungen und Eindrücke sammeln können. In einzelnen Momenten wollte die Zeit auch gar nicht vergehen, besonders dann, wenn ich an meine Lieben zu Hause gedacht habe. Liebe Mama, lieber Reichi, liebe Claudida, liebe Josi, liebe Maria, liebe Jenny und liebe Franzi (es waren noch mehr, ich weiß, aber dass war nun wirklich das Intensivste :) ): Danke für eure vielen netten Nachrichten zwischendurch, die mir nicht das Gefühl gegeben haben 10 000 km weit weg zu sein!!

Ja und um die Überschrift zu erklären:
Heute im Rhino und Lion Park gab es eine Aufzuchtstation für Raubkatzen. Nun, seht selbst:
Ja, da fühlt man sich schon etwas anders, wenn man so ein Löwenbaby streichelt.. eine tolle Sache.

Nun verabschiede ich mich erstmal nach Kapstadt. Morgen um 12:00 Uhr, südafrikanischer Zeit, geht es los. Ein Zwei- Stunden- Flug ist ja im Vergleich zum Herflug sowas von lapidar, es wird also wohl alles gut gehen .
Habt noch einen schönen Samstag und Straße 8 viel Spaß in Borna :)

Freitag, 1. März 2013

Soweto, keine Autos und immer mehr Zebras...

Hallo ihr Lieben,

zuerst: heute hat es den ganzen Tag geregnet in Johannesburg - auch das gibt es!! :)

Am Mittwoch war ich mit Daniel in Soweto, dem größten Township des Landes. Schon allein die Fahrt wra sehr spannend: wir sind mit den sogenannten Schwarzentaxis gefahren: sie alle haben nur Beulen, die Fahrer fahren total chaotisch und man weiß nie so Recht wo man rauskommt :)
Irgendwie haben wir es bis nach Soweto rein geschafft. An Walter- Sisulu- Square liegt das Touristeninfozentrum- unser erstes Ziel. Allerdings haben wir da festgestellt, dass in der direkten Umgebung nichts weiter gibt und dass wir nun irgendwie die 10km weiter rein nach Soweto müssen. Ohne öffentliche Verkehrsmittel. Also hieß es die Füße anstrengen und laufen. Nach einer halben Stunde haben wir ( ich schreib immer wir..also für alle, die es noch nicht wissen: Daniel, der andere Praktikant) eine Bushaltestelle gefunden. Der Ticketverkäufer hat uns ganz nett gesagt, zu welcher Station wir fahren müssen um zum Nelson Mandela  Haus zu kommen- leider war es die falsche :) Also sind wir am Orlando Stadium (dort fing das alles an so mit dem Kampf gegen die Apartheid) ausgestiegen und dann eine Stunde zum eigentlichen Ort des Geschehens gelaufen. Es war wahnsinnig heiß und wir hatten Durst und wir hatten die wahrscheinlich beste Soweto- Tour, die man als Touri so bekommen kann. Die geführten Touren gehen genau zu den bestimmten Attraktionen im Township- ich war mitten drin. Ich konnte in Wellhütten hineinsehen und unglaubliches Elend erblicken. Ich wurde von kleinen, barfüßigen Kindern nach Geld gefragt. Ich sah tonnenweise Müll in den "Gärten", der auf einer Recyclingstation vielleicht etwas Geld einbringt. Es war unglaublich.

Je näher wir zum Mandelahaus kamen, umso besser wurden die Häuser, man kann vielleicht sogar von kleinen Einfamilienhäusern sprechen. Solche Gegensätze, innerhalb von ein paar Metern!!!
Im Zentrum angekommen waren wir im Hector Pieterson Museum. Dieser 13jährige Junge wurde 1976 bei einem Aufstand in Soweto erschossen- er kämpfte friedlich gegen die Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache. Es ist ein sehr bewegendes Museum und solltet ihr jemals nach Soweto fahren, schaut es euch an! Ansonsten war dieser Teil dann sehr touristenlastig. Es gab viele Straßencafes und - händler. Es war so eine tolle Stimmung, man hatte Lust den ganzen Abend dort zu verbringen!

Aber leider sind die Schwarzentaxis nachts nicht sicher und so mussten wir zurück.. es war ein absolut gelungener Ausflug.
Weniger gelungen war der nächste Tag:
Daniel hatte vergessen das Auto für Donnerstag richtig zu bestellen und somit hatten wir aufeinmal nicht unseren Abholcode. Nach einigen Telefonaten mit der Firma stellte sich heraus, dass sie überhaupt kein Auto für uns haben und die nächsten zwei Tage drohten ins Wasser zu fallen. Wir sind dann einfach auf gut Glück zum Flughafen gefahren, um dort was zu organisieren. Bei knapp 15 Autovermietungsstellen geht man ja davon aus, dass das alles nicht so ein Akt ist- denkste Puppe!! Eine (!!!) von den ganzen Firmen hatte noch ein kleines Auto für uns, welches wir dann gleich genommen haben. Diese ganze Aktion hat uns fünf Stunden gedauert und den Erdbeercocktail abends in Melville habe ich mir wohl redlich verdient! Melville ist der Stadtteil neben Parktown, in dem ich hier bin, und sehr beliebt zum weggehen. Es ist auch einigermaßen sicher dort.

Nun waren wir heute im Pilanesberg National Park, der überhaupt kein National Park ist, sondern in privater Hand ist. Erneut ging es auf Safari, und wieder gab es viele viele Zebras, aber auch eine riesen Herde Elefanten, Hippos, Nashörner, Impalas, meinen ersten Steinbock, ganz süße Warzenschweine und und und und! Dazu sind wir heute früh halb vier losgefahren und waren dann gegen 18:00 Uhr wieder in Johannesburg. Trotz des etwas bescheideneren Wetters heute hatten wir eine total große Auswahl an Tieren, es war so toll. Allerdings ist meine Befriedung nach dem Löwen immer noch nicht gestillt worden, deswegen geht es morgen in den Lion& Rhino- Park, in der Hoffnung endlich einen zu sehen.





Tja und dann packt der liebe Alex ja heute schon seine Sachen, um morgen loszufliegen, um dann endlich am Sonntag in Johannesburg einzutreffen, so dass wir zwei noch eine schöne Woche in Kapstadt verbringen können- die Freude hält sich natürlich in keinerlei Grenzen!!♥

Ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende!

Sonntag, 24. Februar 2013

...und mal wieder die Sicherheitsfrage...

Huhu ihr da im verschneiten Norden,

einen schönen Sonntag wünsche ich euch und grüße euch aus einem sonnigen Johannesburg.
Die letzten Tage habe ich einfach mal zum abspannen genutzt. Sicherlich ist eine Safari auch eine Art Urlaub, aber halt nichts für Langschläfer..wobei ich lang da schon bei 07:00 Uhr ansetze.
Daher nutze ich den Freitag um mal ein wenig bummeln zu gehen (übrigens wurde mir beigebracht: wenn man die Leute in Kapstadt fragt, was sie so am Wochenende machen ist die Antwort: Strand. In Johannesburg ist die Antwort: shoppen!). An jeder Ecke gibt es hier riese Einkaufszentren mit Sommerschlussverkauf :) Preislich ist es sehr unterschiedlich. In Billigläden sind die Klamotten wirklich sehr sehr günstig (Chucks kosten hier auch wesentlich weniger :) ), allerdings gibt es in den Shoppingmalls, da sie sehr für die weiße Oberschicht ausgelegt sind, viele Designerläden und da kostet es dann gleich wieder ordentlich.
Mein Tag gestern sah wie folgt aus:

Ich lag in der Sonne, habe was für die Bräune getan, viel gelesen ( "Hummeldumm" über eine Gruppenreise nach Namibia. Definitiv wundervolle Urlaubslektüre, erst recht wenn man in Afrika ist, danke liebe Familie Haugk), war schwimmen und habe einfach mal das Leben und das Wetter genossen.
Und heute drücke ich mich vor dem Unterricht, den ich noch vorzubereiten habe :)

Am Freitag hatte ich ein sehr langes Gespräch mit dem anderen Praktikanten, Daniel, und einer weißen Lehrerin, die aber Südafrikanerin ist, über die Sicherheit in Johannesburg. Hierbei trafen zwei Welten aufeinander. Daniel, der der Meinung ist, dass es alles übertrieben ist, man solle sich hier nicht so haben. Er hat einfach nie ein Portmonäää mit und als er im Stadtzentrum überfallen wurde (6 Leute mit Messer) konnten sie ihm halt nichts wegnehmen und sind wieder von dannen gezogen. Die Lehrerin meinte nur, dass er das ganze ja sehr positiv sieht, ihre Kinder (14 und 12) durften noch nie alleine um den Block gehen (und das ist einem relativ sicheren Wohnviertel) und mir würde sie raten, überhaupt nicht alleine draußen rumzulaufen. In Johannesburg ist eine ständige Wachsamkeit gefragt und auch in den besten Vierteln ist die Wahrscheinlichkeit überfallen zu werden größer als in europäischen Großstädten. Und es ist ein extremer Unterschied, ob ich als Mädel draußen rumlaufe oder als Junge. Ich hab nun eine Weile drüber nachgedacht und lass euch nun an ein paar von meinen Erkenntnissen teilhaben:
- Ich habe ja schon oft geschrieben, von den Mauern, den Zäunen, den Securityschildern überall mit der Aufschrifft "Armed Response" (=bewaffnete Reaktion/Antwort). Nicht umsonst gibt es diese.
- Man sieht hier kaum Fußgänger. Alle sind mit dem Auto unterwegs, ich kann die Leute, die ich zu Fuß gesehen haben in diesen bisherigen drei Wochen an einer Hand abzählen.
- Dauernd, tagsüber, nachts, ständig gehen hier Alarme los. Ich dachte erst, dass das Autoalarmanlagen sind, aber soetwas gibt es in Südafrika nicht. Alle Autos, die man hier zu kaufen bekommt, sind ohne Alarmanlage, weil es sonst zu nervig wäre. Sie würden dauernd an sein. Aber die teuren Autos (ab 20 000€) haben einen eingebauten Chip der das Auto ortbar macht bzw. kann man dass dann sogar von einer Zentrale lahm legen. Wenn es nicht die Autos sind, die losalarmen, dann sind es natürlich die Häuser. Am Tag mindestens 4 mal. 
- Die Shoppingmalls die es hier gibt sind gar nicht so sehr zum shoppen gedacht. Da drin sind viele Restaurants (stellt euch einfach Nova Eventis etwas kleiner vor, mit weniger Läden aber mehr ordentlichen Restaurants) und sie dienen einfach als sozialer Treffpunkt. Denn in den Malls gibt es immer ausreichend Sicherheitspersonal und so ist man da sicher. Mal draußen im Park treffen oder so machen die wenigsten.

Dieser ganzer Sicherheitsmist setzt mir echt zu. Ich merke, wie ich ängstlich bin, mich von den ganzen Maßnahmen einschüchtern lasse und mich nicht wohl fühle. Nachts schlafe ich mit dem Alarmknopf der Alarmanlage neben dem Kopfkissen und höre auf jedes Geräusch. Das mag sicherlich auch ein wenig paranoid sein aber die Leute mit denen ich drüber gesprochen habe, meinten das ist am Anfang total normal. Man gewöhnt sich an alles hier. In knapp 168 Stunden bin ich am Flughafen und bin quasi auf dem Weg nach Kapstadt... ich freue mich sehr!

Am Mittwoch habe ich beschlossen mein Praktikum quasi zu verkürzen. Ich werde nun am Donnerstag meinen letzten Tag haben, anstelle von Freitag.
Der Grund hier für ist, dass ich mit Praktikanten- Daniel am Donnerstag ein Auto am Flughafen abholen werde, was wir gemietet haben und dann werden wir Freitag früh halb vier zum Pilanesberg fahren. Der liegt circa 2 h vor Johannesburg und ist von einem Naturreservat umgeben. Das ist quasi die beliebte Alternative zum KrugerPark, da es kein Malariagebiet ist. Da werden wir unseren Freitag verbringen und daher haben wir uns den Freitag in der Schule frei genommen. Warum denn nicht am Samstag fragen nun vllt ein paar Stimmen. Nun, Samstagnachmittag/-abend würde ich gerne mit Sachenpacken verbringen. Wir fahren aber Samstagvormittag noch in den "Rhino&Lion Park" von Johannesburg- da kann man dann mit Babylöwen schmusen und so :) 

Ich schicke mentale Pakete mit soviel Sonne hoch, dass es für den Frühling reicht! Sollte es am 10. März immer noch kalt sein, bleiben Alex und ich hier. Nur schonmal zur Info :)





Donnerstag, 21. Februar 2013

Stellt euch mal alle Tiere von Koenig der Loewen vor...bis auf die Loewen...


Hallo ihr Lieben,

ich denke hoffe und erwarte (je nachdem J ) ihr wartet alle auf einen Bericht vom Wochenende.
Beginnen möchte ich damit, dass es eigentlich sinnlos ist, darüber zu schreiben, Fotos hochzuladen oder was auch immer, denn dieses Wochenende war so atemberaubend, so wunderwunderschön, dass man es eigentlich selber erleben muss.
Freitag früh bin ich 04:15 Uhr aufgestanden, da mich um 05:00 Uhr ein Fahrer abholen wollte. Diesen hatte ich am Tag zuvor mit Kirsten Franzmann engagiert. Er hat ein eigenes Fahrunternehmen in Südafrika gegründet und ist wohl eine verlässliche Alternative zum selber fahren. Quinton, so sein Name hat mich also um fünf abgeholt und wir sind zusammen nach Sandton gefahren. Sandton ist ein Stadtteil von Johannesburg, der sich so sehr von der gesamten Stadt unterscheidet, dass es eine interessante Frage ist, ob er überhaupt zu Johannesburg gehören sollte. So viele vornehme Hotels hätte ich hier niemals erwartet. Quinton hat mich am „Holiday Inn“ rausgeschmissen, von dort aus fuhr dann um sechs ein Bus los, der mich die 600 km in den Kruger National Park transportieren sollte. Noch in der Lobby lernte ich einen Teil der Gruppe kennen, ein nettes israelisches Ehepaar, die ihre Rentnerjahre dazu nutzen, mal 3 Monate durch die USA zu gurken, jetzt ein Monat Südafrika, dann ein halbes Jahr Australien. Schon ein bisschen scharf J Dann schließlich ging es los. Unser Fahrer „Goodmen“ war ein herrlicher Zeitgenosse. Auf dem Weg konnte ich viele verschiedene Facetten des Landes sehen (und vorallem endlich mal raus kommen aus Johannesburg!!!). Wir sind an Townships vorbei gefahren, die weder Strom noch fließend Wasser haben. Dieser Anblick hat mich sehr schockiert. Eine riesige Fläche voller Blechhütten mit Pappdächern oder Bleche als Dächer, welche mit Steine und Müll fixiert waren. Zwischen den einzelnen Hütten stapelte sich der Müll. Die Hütten waren vielleicht 20 m² groß. Wenn überhaupt. Und da lebt nun teilweise eine ganze Familie drin!!! Der Anblick war einfach nur fürchterlich. Meine Mitreisenden haben es fotografiert, ich konnte es einfach nicht. Auch so konnte man wieder überall die Armut sehen und riechen. In alten, herunter gekommenen Autos werden viel zu viele Leute auf der Autobahn transportiert. In kleinen Pickups sitzen hinten auf der offenen Ladefläche Frauen und kleine Kinder, die einfach nicht anders reisen können. Neben der Autobahn stehen viele Menschen, sie wollen mitgenommen werden. Man kann die Autobahn auch nicht mit unseren Straßen vergleichen. Da wird mal einfach so ein Strohballen über die Fahrbahn geschoben (und man darf auf den Bahnen immerhin auch 130 km fahren), Baustellen werden durch einzelne Personen abgesichert, die Fahnen schwenken und Fahrradfahrer sind auch keine Seltenheit. Je weiter wir aus Gauteng (so heißt die Provinz, in der hier die meisten Menschen leben und auch die Städte Johannesburg und Pretoria liegen) heraus fahren konnten, umso besser wurde es. Die Landschaft war nicht mehr kahl und unbewachsen, sondern sie wurde immer hügeliger und grüner. Wir sind durch einen Teil der Drakensberge gefahren und waren dann am Lodge. Das war sehr sehr schön und nach einem Willkommensgetränk sind wir zur ersten Safari gestartet- zur Big Five Tour. Nur kurz als Erklaerung: die Big Five sind: Nashoerner, Elefanten, Loewen, Bueffel und Leoparden. Auf dieser Tour konnte ich nur die Big Two sehen, also Nashoerner und ganz viele Bueffel. 
                                      


Aber als es am naechsten Tag in den Kruger ging, habe ich unglaublich viele Tiere gesehen: Elefanten, Bueffel, Giraffen, Zebras, Impalas, Gnus, eine gruene Mamba, Antilopen, Kudus, Warzenschweine, Erdmaennchen, Erdhoerchen, tausend verschiedene Arten von Voegeln und Schildkroeten und noch so viele mehr. 



Leider konnte ich keins mitnehmen. Irgendwie haben die hier so komische Bestimmungen, dass man nichts aus dem Nationalpark entfernen darf..ich versteh es nicht so ganz. Sinnlose Regeln hier :)




Die Safari war in einem offenen Jeep. Es war sehr toll. Von dem Auto aus konnte man viele Tiere sehen- aussteigen darf man ja nicht in dem Park. Bis abends um sechs haben wir versucht einen Loewen aufzuspueren, es ist uns leider nicht gelungen, aber dafuer gab es so viele tolle andere Tieren.
Der Sonntag startete mit einem Spaziergang. Da bin ich unter Spinnennetzen durchgekrochen mit Spinnen drin, die circa handflaechen gross waren. Baaaah!!! Aber zur Belohnung gab es dann nochmal Giraffen und Zebras aus naechster Naehe. 



Aaaaber meine Chance war da :) Das rote Gesicht nennt sich uebrigens "Windbrand" :) Ist sowetwas wie Sonnenbrand nur nicht verursacht durch Sonne, sondern heissen Savannenwind. Ist eigentlich eine lustige Angelegenheit :)

Als es nach dem Fruehstueck nach Hause ging, haben wir noch einen Zwischenstopp am Blyde River Canyon gemacht. Dies ist ein Canyon in dem eher unbekannten Zug der Drakensberge. 


Ab Montag war die Zeit hauptsaechlich durch Stundenvorbereitungen und unterrichten gepraegt. So habe ich viel damit zu tun, mich vorzubereiten und mir Sachen einfallen zu lassen, um Kinder zu quaelen. Heute ist also schon Donnerstag und die Zeit hier schwindet langsam- was langsam auch total ok ist :)
Im


Donnerstag, 14. Februar 2013

die letzten drei Tage...

...sind in einem Wort beschreibar: Bett!

In Südafrika gibt es viele exotische Krankheiten. Allen voran natürlich Malaria, aber auch Bilharziose, Dengue- Fieber, Hepatitis A und B, Filariose usw und so fort.
Weil ich aber zum Glück ganz schön langweilig bin, habe ich mir den Norovirus eingefangen und die letzten drei Tage im Bett verbracht. Auch mal schön :/
Auch die nächsten drei Tage werdet ihr nichts hören: morgen früh um sechs (kommt die kleine Hex´*trääääller*) starte ich meine Safari in den Krügerpark. Ich bin sehr aufgeregt und werde dann von Zebra- Kidnapping, Löwenkämpfen und Elefantenschmusen berichten :)
Bis Sonntag oder Montag!!

Montag, 11. Februar 2013

Diverse Beschwerden, Büchertipps und Vögel mit langen Schwänzen...

Hallo ihr Lieben,

mein Schreiben klingt langsam lustlos wurde mir gesagt :) Ich hoffe dieses hiermit revidieren zu können.
Ich grüße euch aus einem sternenklaren Johannesburg! Sternenklar ist es übrigens seit fast 1,5 Stunden. Diese frühe Stille und Dunkelheit und dem damit verbundenen allein sein, macht mich noch irrer, als ich schon bin.
Da freue ich mich immer sehr, wenn mich Nachrichten aus deiner Heimat erreichen. Erst heute habe ich die Nachricht von der lieben Josi gelesen (Danke, danke, danke für die lieben Worte), in der sie meinte, sie hat Respekt vor mir, wegen dem Antritt der Reise in dem Alter. In Deutschland hätte ich ihr womöglich geantwortet, sie soll sich nicht so haben, ist doch alles halb so wild. Aber jetzt, seitdem ich nun sogar schon über eine Woche hier bin, verstehe ich es besser. Johannesburg hat den Ruf als gefährlichste Stadt der Welt, well ich kann dem nicht widersprechen. Gestern war ich mit meiner Gastfamilie im Suikerbosrand Nature Reserve. Auf dem Weg dahin, habe ich 8 bewaffnete Personen, an den unterschiedlichsten Stellen beobachten können. Und sie hatten nicht "nur" eine kleine Pistole, sondern so richtig große Maschinentotmachdingsbumsgewehre. Während ich europäisches Kind natürlich da sitze und große Augen mache, interessiert dies den Rest der Südafrikaner gar nicht. Ich bin die Einzige, die es schon etwas merkwürdig findet, wie Person A da durch die Straßen spaziert. Das ganze macht mir wirklich Angst. All die vielen Ratschläge, was ich tun kann, damit mir nichts passiert, die Hinweise keine Handtasche, Handy oder Fotoapparat auf dem Schoß zu haben, während man im Auto mitfährt (an roten Ampeln wird auch mal schnell eine Scheibe eingeschlagen) usw. Ich fühle mich in der Stadt selber sehr unwohl. Viele Lehrer sagen auch, dass das reine gewöhnungssache ist. Nun ich bin wirklich sehr sehr froh, dass ich mich nicht dran gewöhnen muss! Desweiteren habe ich es geschafft, meine Tasten vom Laptop kaputt zu kriegen. Nach (un dich betone NACH) einem Gewitter saß ich draußen in der Sonne mit dem Laptop. Vom Dach über mir kamen drei Tropfen Wasser runter und bääääääääääsch vooorbei! Nun ja, eine USB Tastatur tut es auch, ich hab ja kaum eine Wahl :)
Um auf die langen Abende zurück zu kommen: Ich empfehle jedem (und Frau Albrecht, für sie ist es ein Muss, ich leihe es dir dann) das Buch "Der Hundertjährige der aus dem Fenster sprang und verschwand" (Danke liebe Mama für das Schwärmen, so dass ich es mitgenommen habe). Eine wunderbar amüsierende Lektüre in einsamen Stunden.

Am Sonntag war ich morgens mit der Gastfamilie im Gottesdienst. Sie sind hier in einer freien, deutschsprachigen Kirchgemeinde. Hiermit möchte ich offiziell meinen Vater und auch Matthias Keilholz als Pfarrer anpreisen!! Dieser Gottesdienst hat für mich vieles wiedergespiegelt, was Kirche gar nicht sein sollte. So macht diese Gemeinde an einer Bibelleseaktion mit und die erste viertel Stunde vergeht damit, dass verschiedene Bibeln angepriesen werden und sie dann gekauft werden können. Weiterhin war alles sehr personenzentriert und namensbezogen. Ich kann das nur schwer ausdrücken, aber es war so ein lobpreisen einzelner Personen. Vielleicht trifft es das am besten. Und schließlich endete die Predigt mit einer Entscheidung. Kein Raum für eigene Gedanken oder so. Das hat mich doch etwas traurig gemacht.
Am Nachmittag hat mich meine Gastfamilie zu ihrem Sonntagsausflug in das oben genannte Naturreservat mitgenommen. Auf dem Weg dahin kamen wir ein wunderbar schönes und heftiges Gewitter, aber nach weiteren 20 min Autofahrt schien wieder die Sonne. Dies ist wirklich amazing: Das Wetter ändert sich so schnell, und ist demnach überwiegend großartig. Im Reservat waren es dank des Regens um die 22° C so dass wir herrliche 5 km durch unberührte Natur wandern konnten. Die Mission "Zebra klauen" ist leider anhand mangelnder Exemplare gescheitert. Dafür sah ich einen Steinbock, was ja das Nationaltier von Südafrika ist und verschiedene Vögel. Unter anderem ein Vogel, der auffällig lange Schwanzfedern hatte (fast doppelt so groß, wie die normale Größe, also vielleicht wie eine Amsel). Und was war es? Ein Männchen währen der Paarungszeit. Manchmal muss man auch einfach nix sagen :)
Apropos Tiere: ich konnte auch schon die wunderbare Bekanntschaft einer Rainspider machen. Handflächen groß springen diese Biester ihre Beute an, haben keine Netz und kommen quasi aus dem Nichts. "Mein" Exemplar war glücklicherweise schon tot :)

Die Schule gefällt mir von Tag zu Tag mehr. Nach einer Woche ist es mir gelungen, diverse Unterrichtsstrukturen zu erahnen. Hier in Südafrika wird viel mehr auf das Wesen der Kinder eingegangen und ein Schwerpunkt im Lehrplan ist es, die Schüler in ihrer Persönlichkeit zu fördern- ich finde ganz im Gegensatz zum deutschen, leistungsorientierten Schulsystem. Die Kinder lernen dadurch glaube ich zwar langsamer, aber nehmen das Gelernte viel besser auf und mit. Ich mag es sehr, dass manchmal einfach nur eine halbe Stunde jeder das in der Bibliothek lesen kann, auf was er Lust hat. Dies motiviert die Schüler so sehr und sie lernen dadurch viel besser Englisch. Interessant ist nämlich, dass die Kinder unglaubliche englische Sätze sprechen können in Sachen Zeitform, Wortwahl usw. Schreiben fällt ihnen allerdings sehr sehr schwer und sie machen viele Fehler. Daher das Konzept mit dem Lesen, quasi Learning by Reading. Außerdem kann Lesen ja nur bilden- wie gesagt, ich mag es sehr. Es gibt auch verschiedenste Arten das Lesen anzukurbeln- auch für die Freizeit. Es ist wirklich einfach schön in der Schule!! Außerdem kann sich auch mein Englisch entfalten. Mittlerweile denke ich erst auf Englisch, bevor ich es dann doch auf Deutsch sage, weil ich gerade mit dem Schulleiter (der Deutscher ist) oder so rede. Ich nutze die Zeit im Lehrerzimmer auch einfach zum zuhören. Ich kann dabei so viel aufnehmen und hoffentlich auch mitnehmen.

Auf vielfacher Nachfrage, komme ich nun zu dem anderen Praktikanten, Daniel. Witzigerweise sieht er so aus, wie Georg, den unter anderem ich damals im Hort aus unserer Gruppe rausgeekelt haben :) Er macht mir einen ganz netten, aber biederen Eindruck. Wir sind lose immer mal verabredet, halten es aber irgendwie nie ein :) Aber wir haben uns fest vorgenommen noch einmal eine Tour zusammen zu machen, am liebsten in den Lion´s Park. Da kann man nämlich mit Babylöwen schmusen :) Daniel macht sein Praktikum an der Grundschule, allerdings auf Freiwilligenbasis und hat somit wesentlich weniger zu tun als ich. Bei mir fängt nächste Woche das unterrichten an und ich bin fleißig am vorbereiten.

Heute konnte ich endlich meine Safari buchen. Am Freitag früh um sechs geht es für mich los in den Krüger National Park. Ich freue mich unendlich darauf. Noch am Freitag hoffe ich die Big Five zu sehen und auch in den darauffolgenden Tagen werde ich hoffentlich die Tierwelt Südafrikas kennen lernen. Ich freue mich wirklich sehr darauf.

Nun hoffe ich ihr konntet alle den Rücktritt des Papstes verkraften (wenn auch nur schwach: Meldungen kommen an) und habt eine schöne Zeit.
Ich kann mir übrigens überhaupt gar nicht vorstellen, dass irgendwo auf der Welt gerade Winter ist! Ich kann es nur weiter empfehlen im ekligen, matschigen Februar einfach die Segel zu streichen und die Zeit im Sommer zu verbringen. Es ist herrlich- ich schick euch etwas Wärme und Sonne hoch!!

Samstag, 9. Februar 2013

Warum auch Verkehrszeichen, einen Zeitplan und was sonst noch so los war

Hallo ihr Lieben,

am Mittwoch erlebte ich, wieviel Verkehrszeichen und Zeitplanung in Südafrika wert sind- gar nichts :)
In der DSJ ist momentan Science Woche, deswegen sind 40 Schüler, zwei Lehrer und ich in das Johannesburger Observatorium gefahren. Treffpunkt war in der Schule- diese hat zwei eigene Sprinter in die 16 Leute hineinpassen. Blöd nur, dass nur einer der Fahrer den Weg kannte und auf einmal weg war. Somit mussten die Busse oft fahren und schließlich kamen wir erst anderthalb Stunden später dort an. (bei einer eigentlichen Fahrzeit von einer viertel Stunde). Der gemeine Südafrikaner betrachtet Verkehrszeichen so eher als "guideline" (=Richtlinie): Es ist zwar schön, dass da so ein paar komische Schilder rumstehen und auch dass da so immens viele Autos auf der Straße unterwegs sind. Ach und Ampel gibt es auch noch? Na egal, ich fahr einfach, wie ich lustig bin. Ich glaube fast, bevor man hier losfährt wünscht man nicht "Gute Fahrt", sondern "Viel Glück!!!!".
Witzig ist auch, dass in dem Observatorium niemand war. Die Sekretärin hatte vergessen, dass sich die Schule angemeldet hatte. Demnach konnten wir nicht durch das große Teleskop blicken (siehe Fotos vom letzten Eintrag). Allerdings konnten die Physiklehrer ein kleines Teleskop auftreiben und ich konnte den Jupiter mit 3 Monden sehen. Den echten Mond so mit bloßem Auge sieht man übrigens ganz schlecht in Johannesburg- oder ich bin einfach nur unfähig.
Zu dem Observatorium gehörte auch eine Aussichtsplattform, von der aus man einen grandiosen Blick über die Stadt hatte.
Das Stadtzentrum ist nicht so schön. Alles ist grau, hoch und dreckig. Da Johannesburg auch erst etwa circa 150 Jahre alt ist, kann es nicht mit einer schönen Innenstadt überzeugen. Ebenso konnte ich von der Plattform Hillbrow sehen. Hillbrow ist der gefährlichste Stadtteil in Johannesburg. Dort werden jeden Tag mehrere Autos geknackt, die Kriminalitätsrate ist immens genauso wie die Zahl der Kinder, die in Hillbrow auf der Straße leben und jeden Tag ums Überleben kämpfen. Diesen Stadtteil werde ich wohl eher nicht besuchen.
Interessant zum Mittwoch ist vielleicht noch folgendes zu sagen: Die Schülerinnen und Schüler der DSJ haben  ja alle eine Schuluniform an. Allerdings haben die Lehrer gar keine Kleiderordnung. So kommen sie teils in Anzug und Krawatte, aber auch in Flip Flops, Sommerkleidchen, tiefen Dekoltee und knappen Ärmeln, so dass man diverse Tätowierungen begutachten kann. Aber ich MUSS mein Piercing raus machen! Warum auch immer :)
Der Donnerstag war sehr ereignislos. Ich war in der Schule und versuchte mir meine Safari in den KrügerNationalPark zu organisieren (was übrigens echt kompliziert ist). Abends viel mein Gewitter aus, das fand ich dann nicht ganz so nett. Vorher allerdings saß ich lange mit meiner Gastfamilie im Garten und wir haben die Sonne genossen und erzählt. Abends dann dachte ich allerdings ein kaputter Generator steht vor meinem Fenster. Solch ein Krach!! Nachdem ich den Gastvater geholt hatte (ich dachte ja irgendeine Alarmanlage ist kaputt oder weiß der Fuchs was) stellte sich heraus, dass es eine Maulwurfsgrille war... habe ich mich gleich mal wieder voll geoutet als Europäerin :)

Freitag habe ich mir dann meinen ersten Sonnenbrand weggeholt und war mit der Gastmutter auf einem orientalischen Markt mit anschließender Stadtrundfahrt.

Und heute war ich im Apartheidmuseum. Das war ein sehr bewegender Nachmittag, denn es ist unglaublich, wozu Menschen in der Lage sind. Welche Mittel und Wege sie einschlagen, um anderen Menschen zu schaden. Zu dem Thema der Rassentrennung treten hier allgemein viele Fragen auf. Ich weiß nicht, ob dass jetzt ein übertriebener Blickwinkel von mir ist und ob ich die Situation falsch einschätze. Aber mir ist aufgefallen: In Südafrika gibt es kaum öffentlichen Verkehrsmittel. Es gibt allerdings so genannte "Afrikanertaxis": Kleinbusse, die wie die Sau durch die Stadt fahren. Und egal mit wem ich mich über diese Art und Weise des Vorankommens unterhalten habe, es fielen immer wieder Sätze wie: Das benutzen nur die Schwarzen. Damit würde ich nicht fahren. Alle Weißen haben hier ein Auto.

So bevor mein Gewitter kommt (letzte Nacht übrigens 5x in einer Lautstärke- unglaublich! Sogar Gewitter ist hier anders) werde ich noch etwas die Sonne und die frische Luft genießen.
Ich grüße euch alle ganz lieb.
Bis bald

Freitag, 8. Februar 2013

Neue Bilder

Hallo ihr Lieben, ich mal wieder.
Ein genauer Text folgt irgendwann spaeter, aber hier mal wieder ein paar Bilder.
Dies ist die Skyline von Johannesburg.

 Hillbrow, ein Stadtteil in Johannesburg.
 Das Zentrum.
 Zentrum und Hillbrow.
 Ein Sonnenoberservatorium.

 Ganz da hinten bei den Bueschen, am Ende des Hauses ist mein Eingang :)

Ja und das sieht man so beim Sonnen im Garten :)

Liebe Gruesse aus Johannesburg!!!

Dienstag, 5. Februar 2013

Das allabendliche Gewitter

Hallo ihr Lieben,

heute einfach mal kaum Text, sondern ein paar Fotos.
Das ist die Deutsche Schule in Johannesburg- also das Hauptgebäude. Hinten an schließen sich noch unheimlich viele Blocks und Gänge und ein Schwimmbad und Tennisplätze usw. Es ist nahezu ein Wunder, dass ich mich noch nicht verlaufen habe :)

Ja, auch der erste Abend musste irgendwie überstanden werden :) Grüße an die liebste Maria, die daran gedacht hat, mich für den ersten Abend zu versorgen :)
 Und überall gibt es schöne Palmen und Steinmauern. Aber nicht außer Acht lassen: der Elektrozaun oben drauf, der alles schützt. Das Haus im Hintergrund steht direkt neben der Schule.
 Ja, und das ist die Loch Avenue- die Straße in der ich zurzeit wohne. Das Haus ist 800 m  von der Schule weg, also total genial.
Jaaa, das ist so die unmittelbare Umgebung.
Morgen kommt ein weitere Praktikant an die DSJ. Ich bin sehr gespannt und erhoffe mir eine Begleitung zum Stadt entdecken.
Heute war ich zwei Stunden in der Grundschule.. ich weiß schon warum ich das nicht studiere :) Aber die Kinder sind sehr niedlich, gerade in ihren kleinen, süßen Schuluniformen und lernbereit. Das Englischniveau der 2. Klasse entspricht circa der 5ten Klasse in Deutschland :)

Das allabendliche Gewitter ist auch wieder vorbei und es kühlt sich langsam etwas ab. Nach einer Stunde sonnen heute (und ich kann es sogar als arbeiten deklarieren :) : die 6te Klasse Englisch liest gerade ein Buch im Unterricht. Die Lehrerin hat mich gefragt, ob ich es schaffen würde, die ersten 70 Seiten bis morgen zu lesen, damit ich auf den gleichen Stand bin) werden erste Bräunungserfolge verzeichnet :)

Ich schick euch etwas Sonne rüber!
Liebe Grüße

Montag, 4. Februar 2013

Ich glaube mein Gehirn ist zu klein für Südafrika...

WOW- was für ein Tag der kulturellen Unterschiede!!

Heute war mein erster Tag in der Deutschen Schule Johannesburg. Ich traf auf ein freundliches Lehrerkollegium, angelegt an das "you" im Englischen, begrüßen einen alle mit Vornamen und die Atmosphäre ist sehr entspannt. Ralf Kötter, mein Praktikumsbetreuer, ist nett und hat mich an die Englischlehrerin vermittelt, die mit mir zusammen einen 20h Stundenplan ausgearbeitet hat. Die Schule hat einen zweiwöchigen wechselnden Stundenplan, wenn alles gut geht, habe ich aller zwei Wochen Montags frei.
Die Klassen sind meist gemischt. So sind viele deutsche Auswanderkinder in einer Klasse mit schwarzen Kindern aus der Oberschicht in Johannesburg. Oberschicht lässt sich ganz einfach schlussfolgern: Das Schuldgeld beträgt über 5000 Euro im Jahr. Eine weitere Besonderheit: die Kinder tragen eine Schuluniform- in Südafrika wahrscheinlich absolut notwendig.
Der Unterrichtsstil ist im Vergleich zum Deutschen ganz anders (jedenfalls dass, was ich in zwei Hospitationsstunden entdecken konnte): die Schüler arbeiten größtenteils selbstständig. Die Lehrerin ist halt da, um eine grobe Richtlinie zu geben. Der Englischunterricht findet überhaupt nicht so statt, wie in Deutschland. Es ist eher zu vergleichen mit dem Deutschunterricht. In der 5. Klasse lesen die Kinder "Die Chroniken von Narnia" und haben gar keine Probleme mit der Sprache- wahrscheinlich vergleichbar mit dem Sprachniveau in Klasse 10 oder 11. Ich werde eine 6te Klasse übernehmen und höchstwahrscheinlich noch ein paar Stunden in der nebenan liegenden Grundschule. Denn dort sind von der 1.-4. Klasse nur Kinder, die Deutsch sprechen. Sie bekommen dort Englisch beigebracht und das ähnelt dann dem Unterricht bei uns ab Klasse 5. So habe ich eine gute Mischung, hoffe ich doch.

Weiterhin bin ich heute mit Ulrike (der Gastgeberin) einkaufen gefahren in eine südafrikanische ShoppingMall. Dort gibt es dann verschiedene Lebensmittel und definitiv nichts für mäklige Menschen. Unmengen verschiedener Fleischsorten in allen Formen und Farben. Genauso wie bei dem Käse. Es gibt keinen normalen Käse, nur eingefärbten und chemischen. Die Preise sind allerdings sehr ähnlich wie bei uns. Etwas komisch ist der Umstand, dass an den Kassen nicht nur eine Kassierin ist, sondern auch immer eine Einpackerin. Selbst wenn man eine Tüte mitgebracht hat und diese nicht dort kauft, wird sie einem abgenommen und man "darf" quasi nicht selber einpacken- alles andere wäre unhöflich.

Heute Nachmittag hat es sehr doll gewittert. Das passiert meist mindestens einmal am Tag. Aber vorher (jetzt kommt der Teil zum eifersüchtig werden :) ) konnte ich och ein paar Runde im hauseigenen Pool drehen.

Zwei weitere, mir bisher unbekannte Tatsachen:
- gegen halb sieben am Abend wird es dunkel, um sieben ist es finster. Und man soll dann wirklich nicht mehr raus gehen. Auch der Garten ist "kritisch", denn oft kommen Bettler ans Haus und schauen sich halt um. Deswegen ist es für mich doch sehr ungewohnt ab um sieben alleine in der Wohnung zu hocken.
- weiterhin kommt man hier einfach nicht weg :) Ich bin total auf Familie Franzmann angewiesen. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht und zum Laufen ist es zum einen zu weit und zum anderen wird es auch nicht empfohlen. So ist es etwas schwierig sich fortzubewegen. Allerdings gibt es immer noch die Möglichkeit sich ein Auto für ein paar Tage zu mieten (und das bei Linksverkehr...aaaaah!!) oder aber: der Schulleiter glaubte heute zu wissen, dass in den nächsten Tagen noch ein Praktikant/eine Praktikantin an die DSJ kommt. Das wäre natürlich super und man könnte sich ja vielleicht zusammen tun.

Liebste Grüße aus dem sommerlichen Johannesburg!

Sonntag, 3. Februar 2013

Die Letzte wird die Erste sein- bei 28° und Sonne.

Hallo ihr Lieben,

heute 09:00 Uhr deutsche Zeit bin ich wohl behütet in Johannesburg gelandet.

Gestern ging es 14:00 Uhr am Bahnhof in Halle los nach Leipzig. In der S- Bahn traf ich auf einen 17jährigen Australier der gerade seine Hostfamily in Halle verlassen hat um zurück zu fliegen- gemeinsames Heulen brachte uns dann zusammen und mein Gebrauch der englischen Sprache begann schon in Halle :)
In Frankfurt angekommen bekam ich meinen Platz im Flugzeug: Mittelgang in der Mitte ganz hinten. Ein Hoch auf die Lufthansa: durch ganz freundliches fragen am Schalter bekam ich doch noch einen Fensterplatz in der ersten Reihe im größten Passagierflugzeug der Welt: somit also unendlich viel Beinfreiheit. Mit 6 lautstarken Südafrikanern um mich herum wurde gestartet, pünktlich eine halbe Stunde zu spät. Und Oh Wunder: meine Aufregung und Angst hielt sich in Grenzen und als dann nicht der erwartete Druck auf die Ohren kam, konnte ich den Flug sogar genießen. Dieser war sehr entspannt, wobei ich mich trotzdem frage wieso das so dermaßen ruckelt wenn man doch eigentlich nur durch Luft fliegt aber ok. In circa 12 km Höhe und mit circa 900 km/h legten wir die knapp 9000 km sicher zurück. Nach dem ich doch tatsächlich fünf Stunden schlafen konnte, wurde ich 06:45 Uhr wach- direkt über dem Kongo, liebe Linda :)
Pünktlich um 07:00 Uhr gab es Frühstück inklusive Blick nach unten auf Afrika. Es war so unglaublich: nur Land, keine Häuser, keine Städte nicht mal auf dem Bildschirm der Lufthansa, der ja nun wirklcih vieles anzeigt.
Nach dem Landen kam der Check In nach Südafrika- ein Hoch auf deutsche Schnelligkeit. Nun hieß es noch eine Stunde auf das Gepäck warten und hinaus in die Eingangshalle. Ulrike (quasi meine Gastmutter) erkannte ich sofort, zusätzlich hatten sie sogar noch ein Schild mit meinem Namen drauf gebastelt :)

Wir sind dann durch Johannesburg gefahren- in gerade einmal einer halben Stunde habe ich Kontraste gesehen, wie noch nie in meinem Leben. Man stelle sich richtig dicke BMWs vor, neben Audi und VW. Dies sind scheinbar die Hauptautomarken in Johannesburg (übrigens: halbe Todesangst beim Linksverkehr- sehr gewöhnungsbedürftig). Im selben Atemzug fährt man unter vermüllten Brücken hindurch, wo auch eindeutig Menschen leben. Viele schwarze Bettler klopfen an die Scheibe- der eingeübte Johannesburger ignoriert es. Auch vom Flugzeug aus konnte ich schon die Townships im Rande von Johannesburg sehen, solch ein trauriger Anblick. Wellhütten aneinander gereiht wie auf einem Campingplatz in einem schlechten Hollywoodfilm.

Im Hause bei Familie Franzmann angekommen wurde mir mein Apartment gezeigt. Es ist wirklich sehr schön, mehr als ausreichend und mit Gitterstäben + Alarmanlage gesichert.Anschließend gab es Mittag, was sonst in Südafrika: Fleisch :/
Die Familie ist sehr nett. Die zwei Mädels sind sehr aufgeschlossen, die Jüngere (13) erinnert mich doch sehr an meine kleine Jolanthe :) Wir haben lange zusammen gesessen und gequatscht, um schließlich noch in eine ShoppingMall zu fahren um
1. Geld abzuheben (sieht aus wie Spielgeld)
2. mir Internet zu ermöglichen (eine Simkarte kostet hier 0,99€ und darf nur gekauft werden, wenn man eine Wohnbestättigung vom Einwohndermeldeamt hat)
und 3. einen kleinen Basar zu besuchen.
Hat alles prima geklappt :)
Schließlich sind wir noch ein bisschen spazieren gegangen und haben uns das Villenviertel von Johannesburg angeschaut. Alte Herrenhäuser, riese Gartenanlagen, die schon fast als Park durchgehen und überall: Securityfirmen, Stacheldraht, Kameras, Elektrozäune.

Und morgen geht es dann schon in der Schule los: 07:30 Uhr, bei euch 06:30 Uhr, heißt es vorstellen, alles kennenlernen und den Stundenplan begutachten.

Liebste Grüße aus dem südlichen Süden von Afrika!

Sonntag, 13. Januar 2013

Schluss mit frustig!

Bei OTTO´s eleven haben Alex und ich ein kleines Lodge (zu deutsch Gasthaus, Hütte, etc.) gefunden: Den Tafelberg im Nacken, den Atlantischen Ozean in 3km ferne! Das ganze zu einem toppreis, was vielleicht begründbar ist mit der Beschreibung der Einrichtung- Zielgruppe: gay friendly (zu deutsch: schwulen freundlich) und auf den Kissen sind irgendwelche Sonnenzeichen in hakenkreuzförmig- wird auf jeden Fall lustig :)

Dienstag, 8. Januar 2013

"Oh, Sie haben aber einen schönen Fingerabdruck Frau Wisch"

heute kann der Reisepass abgeholt werden, mit dem schönen Fingerabdruck, laut der Sachbearbeiterin.
Und manchmal wird Schusseligkeit doch nicht bestraft: in der Woche vor Weihnachten beantragt, seit letzte Woche abholbereit. Gutes Amt :)

Mittwoch, 2. Januar 2013

voll aufregend- erster Post

Hallo,
warum heißt das eigentlich Post und nicht Eintrag?
Nunja, das ist jetzt alles Blödsinn so als Test, weil genau in einem Monat bin ich schon in Frankfurt am Flughafen.
Um mein unendlich aufregendes Unterfangen zu verfolgen und  dass ich nicht immer allen das Gleiche schreiben muss, gibts das jetzt hier. Und ich versuch das gerade zu erforschen.