Hallo ihr Lieben,
zuerst: heute hat es den ganzen Tag geregnet in Johannesburg - auch das gibt es!! :)
Am Mittwoch war ich mit Daniel in Soweto, dem größten Township des Landes. Schon allein die Fahrt wra sehr spannend: wir sind mit den sogenannten Schwarzentaxis gefahren: sie alle haben nur Beulen, die Fahrer fahren total chaotisch und man weiß nie so Recht wo man rauskommt :)
Irgendwie haben wir es bis nach Soweto rein geschafft. An Walter- Sisulu- Square liegt das Touristeninfozentrum- unser erstes Ziel. Allerdings haben wir da festgestellt, dass in der direkten Umgebung nichts weiter gibt und dass wir nun irgendwie die 10km weiter rein nach Soweto müssen. Ohne öffentliche Verkehrsmittel. Also hieß es die Füße anstrengen und laufen. Nach einer halben Stunde haben wir ( ich schreib immer wir..also für alle, die es noch nicht wissen: Daniel, der andere Praktikant) eine Bushaltestelle gefunden. Der Ticketverkäufer hat uns ganz nett gesagt, zu welcher Station wir fahren müssen um zum Nelson Mandela Haus zu kommen- leider war es die falsche :) Also sind wir am Orlando Stadium (dort fing das alles an so mit dem Kampf gegen die Apartheid) ausgestiegen und dann eine Stunde zum eigentlichen Ort des Geschehens gelaufen. Es war wahnsinnig heiß und wir hatten Durst und wir hatten die wahrscheinlich beste Soweto- Tour, die man als Touri so bekommen kann. Die geführten Touren gehen genau zu den bestimmten Attraktionen im Township- ich war mitten drin. Ich konnte in Wellhütten hineinsehen und unglaubliches Elend erblicken. Ich wurde von kleinen, barfüßigen Kindern nach Geld gefragt. Ich sah tonnenweise Müll in den "Gärten", der auf einer Recyclingstation vielleicht etwas Geld einbringt. Es war unglaublich.
Je näher wir zum Mandelahaus kamen, umso besser wurden die Häuser, man kann vielleicht sogar von kleinen Einfamilienhäusern sprechen. Solche Gegensätze, innerhalb von ein paar Metern!!!
Im Zentrum angekommen waren wir im Hector Pieterson Museum. Dieser 13jährige Junge wurde 1976 bei einem Aufstand in Soweto erschossen- er kämpfte friedlich gegen die Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache. Es ist ein sehr bewegendes Museum und solltet ihr jemals nach Soweto fahren, schaut es euch an! Ansonsten war dieser Teil dann sehr touristenlastig. Es gab viele Straßencafes und - händler. Es war so eine tolle Stimmung, man hatte Lust den ganzen Abend dort zu verbringen!
Aber leider sind die Schwarzentaxis nachts nicht sicher und so mussten wir zurück.. es war ein absolut gelungener Ausflug.
Weniger gelungen war der nächste Tag:
Daniel hatte vergessen das Auto für Donnerstag richtig zu bestellen und somit hatten wir aufeinmal nicht unseren Abholcode. Nach einigen Telefonaten mit der Firma stellte sich heraus, dass sie überhaupt kein Auto für uns haben und die nächsten zwei Tage drohten ins Wasser zu fallen. Wir sind dann einfach auf gut Glück zum Flughafen gefahren, um dort was zu organisieren. Bei knapp 15 Autovermietungsstellen geht man ja davon aus, dass das alles nicht so ein Akt ist- denkste Puppe!! Eine (!!!) von den ganzen Firmen hatte noch ein kleines Auto für uns, welches wir dann gleich genommen haben. Diese ganze Aktion hat uns fünf Stunden gedauert und den Erdbeercocktail abends in Melville habe ich mir wohl redlich verdient! Melville ist der Stadtteil neben Parktown, in dem ich hier bin, und sehr beliebt zum weggehen. Es ist auch einigermaßen sicher dort.
Nun waren wir heute im Pilanesberg National Park, der überhaupt kein National Park ist, sondern in privater Hand ist. Erneut ging es auf Safari, und wieder gab es viele viele Zebras, aber auch eine riesen Herde Elefanten, Hippos, Nashörner, Impalas, meinen ersten Steinbock, ganz süße Warzenschweine und und und und! Dazu sind wir heute früh halb vier losgefahren und waren dann gegen 18:00 Uhr wieder in Johannesburg. Trotz des etwas bescheideneren Wetters heute hatten wir eine total große Auswahl an Tieren, es war so toll. Allerdings ist meine Befriedung nach dem Löwen immer noch nicht gestillt worden, deswegen geht es morgen in den Lion& Rhino- Park, in der Hoffnung endlich einen zu sehen.
Tja und dann packt der liebe Alex ja heute schon seine Sachen, um morgen loszufliegen, um dann endlich am Sonntag in Johannesburg einzutreffen, so dass wir zwei noch eine schöne Woche in Kapstadt verbringen können- die Freude hält sich natürlich in keinerlei Grenzen!!♥
Ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende!
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