einen schönen Sonntag wünsche ich euch und grüße euch aus einem sonnigen Johannesburg.
Die letzten Tage habe ich einfach mal zum abspannen genutzt. Sicherlich ist eine Safari auch eine Art Urlaub, aber halt nichts für Langschläfer..wobei ich lang da schon bei 07:00 Uhr ansetze.
Daher nutze ich den Freitag um mal ein wenig bummeln zu gehen (übrigens wurde mir beigebracht: wenn man die Leute in Kapstadt fragt, was sie so am Wochenende machen ist die Antwort: Strand. In Johannesburg ist die Antwort: shoppen!). An jeder Ecke gibt es hier riese Einkaufszentren mit Sommerschlussverkauf :) Preislich ist es sehr unterschiedlich. In Billigläden sind die Klamotten wirklich sehr sehr günstig (Chucks kosten hier auch wesentlich weniger :) ), allerdings gibt es in den Shoppingmalls, da sie sehr für die weiße Oberschicht ausgelegt sind, viele Designerläden und da kostet es dann gleich wieder ordentlich.
Mein Tag gestern sah wie folgt aus:
Ich lag in der Sonne, habe was für die Bräune getan, viel gelesen ( "Hummeldumm" über eine Gruppenreise nach Namibia. Definitiv wundervolle Urlaubslektüre, erst recht wenn man in Afrika ist, danke liebe Familie Haugk), war schwimmen und habe einfach mal das Leben und das Wetter genossen.
Und heute drücke ich mich vor dem Unterricht, den ich noch vorzubereiten habe :)
Am Freitag hatte ich ein sehr langes Gespräch mit dem anderen Praktikanten, Daniel, und einer weißen Lehrerin, die aber Südafrikanerin ist, über die Sicherheit in Johannesburg. Hierbei trafen zwei Welten aufeinander. Daniel, der der Meinung ist, dass es alles übertrieben ist, man solle sich hier nicht so haben. Er hat einfach nie ein Portmonäää mit und als er im Stadtzentrum überfallen wurde (6 Leute mit Messer) konnten sie ihm halt nichts wegnehmen und sind wieder von dannen gezogen. Die Lehrerin meinte nur, dass er das ganze ja sehr positiv sieht, ihre Kinder (14 und 12) durften noch nie alleine um den Block gehen (und das ist einem relativ sicheren Wohnviertel) und mir würde sie raten, überhaupt nicht alleine draußen rumzulaufen. In Johannesburg ist eine ständige Wachsamkeit gefragt und auch in den besten Vierteln ist die Wahrscheinlichkeit überfallen zu werden größer als in europäischen Großstädten. Und es ist ein extremer Unterschied, ob ich als Mädel draußen rumlaufe oder als Junge. Ich hab nun eine Weile drüber nachgedacht und lass euch nun an ein paar von meinen Erkenntnissen teilhaben:
- Ich habe ja schon oft geschrieben, von den Mauern, den Zäunen, den Securityschildern überall mit der Aufschrifft "Armed Response" (=bewaffnete Reaktion/Antwort). Nicht umsonst gibt es diese.
- Man sieht hier kaum Fußgänger. Alle sind mit dem Auto unterwegs, ich kann die Leute, die ich zu Fuß gesehen haben in diesen bisherigen drei Wochen an einer Hand abzählen.
- Dauernd, tagsüber, nachts, ständig gehen hier Alarme los. Ich dachte erst, dass das Autoalarmanlagen sind, aber soetwas gibt es in Südafrika nicht. Alle Autos, die man hier zu kaufen bekommt, sind ohne Alarmanlage, weil es sonst zu nervig wäre. Sie würden dauernd an sein. Aber die teuren Autos (ab 20 000€) haben einen eingebauten Chip der das Auto ortbar macht bzw. kann man dass dann sogar von einer Zentrale lahm legen. Wenn es nicht die Autos sind, die losalarmen, dann sind es natürlich die Häuser. Am Tag mindestens 4 mal.
- Die Shoppingmalls die es hier gibt sind gar nicht so sehr zum shoppen gedacht. Da drin sind viele Restaurants (stellt euch einfach Nova Eventis etwas kleiner vor, mit weniger Läden aber mehr ordentlichen Restaurants) und sie dienen einfach als sozialer Treffpunkt. Denn in den Malls gibt es immer ausreichend Sicherheitspersonal und so ist man da sicher. Mal draußen im Park treffen oder so machen die wenigsten.
Dieser ganzer Sicherheitsmist setzt mir echt zu. Ich merke, wie ich ängstlich bin, mich von den ganzen Maßnahmen einschüchtern lasse und mich nicht wohl fühle. Nachts schlafe ich mit dem Alarmknopf der Alarmanlage neben dem Kopfkissen und höre auf jedes Geräusch. Das mag sicherlich auch ein wenig paranoid sein aber die Leute mit denen ich drüber gesprochen habe, meinten das ist am Anfang total normal. Man gewöhnt sich an alles hier. In knapp 168 Stunden bin ich am Flughafen und bin quasi auf dem Weg nach Kapstadt... ich freue mich sehr!
Am Mittwoch habe ich beschlossen mein Praktikum quasi zu verkürzen. Ich werde nun am Donnerstag meinen letzten Tag haben, anstelle von Freitag.
Der Grund hier für ist, dass ich mit Praktikanten- Daniel am Donnerstag ein Auto am Flughafen abholen werde, was wir gemietet haben und dann werden wir Freitag früh halb vier zum Pilanesberg fahren. Der liegt circa 2 h vor Johannesburg und ist von einem Naturreservat umgeben. Das ist quasi die beliebte Alternative zum KrugerPark, da es kein Malariagebiet ist. Da werden wir unseren Freitag verbringen und daher haben wir uns den Freitag in der Schule frei genommen. Warum denn nicht am Samstag fragen nun vllt ein paar Stimmen. Nun, Samstagnachmittag/-abend würde ich gerne mit Sachenpacken verbringen. Wir fahren aber Samstagvormittag noch in den "Rhino&Lion Park" von Johannesburg- da kann man dann mit Babylöwen schmusen und so :)
Ich schicke mentale Pakete mit soviel Sonne hoch, dass es für den Frühling reicht! Sollte es am 10. März immer noch kalt sein, bleiben Alex und ich hier. Nur schonmal zur Info :)