Montag, 4. Februar 2013

Ich glaube mein Gehirn ist zu klein für Südafrika...

WOW- was für ein Tag der kulturellen Unterschiede!!

Heute war mein erster Tag in der Deutschen Schule Johannesburg. Ich traf auf ein freundliches Lehrerkollegium, angelegt an das "you" im Englischen, begrüßen einen alle mit Vornamen und die Atmosphäre ist sehr entspannt. Ralf Kötter, mein Praktikumsbetreuer, ist nett und hat mich an die Englischlehrerin vermittelt, die mit mir zusammen einen 20h Stundenplan ausgearbeitet hat. Die Schule hat einen zweiwöchigen wechselnden Stundenplan, wenn alles gut geht, habe ich aller zwei Wochen Montags frei.
Die Klassen sind meist gemischt. So sind viele deutsche Auswanderkinder in einer Klasse mit schwarzen Kindern aus der Oberschicht in Johannesburg. Oberschicht lässt sich ganz einfach schlussfolgern: Das Schuldgeld beträgt über 5000 Euro im Jahr. Eine weitere Besonderheit: die Kinder tragen eine Schuluniform- in Südafrika wahrscheinlich absolut notwendig.
Der Unterrichtsstil ist im Vergleich zum Deutschen ganz anders (jedenfalls dass, was ich in zwei Hospitationsstunden entdecken konnte): die Schüler arbeiten größtenteils selbstständig. Die Lehrerin ist halt da, um eine grobe Richtlinie zu geben. Der Englischunterricht findet überhaupt nicht so statt, wie in Deutschland. Es ist eher zu vergleichen mit dem Deutschunterricht. In der 5. Klasse lesen die Kinder "Die Chroniken von Narnia" und haben gar keine Probleme mit der Sprache- wahrscheinlich vergleichbar mit dem Sprachniveau in Klasse 10 oder 11. Ich werde eine 6te Klasse übernehmen und höchstwahrscheinlich noch ein paar Stunden in der nebenan liegenden Grundschule. Denn dort sind von der 1.-4. Klasse nur Kinder, die Deutsch sprechen. Sie bekommen dort Englisch beigebracht und das ähnelt dann dem Unterricht bei uns ab Klasse 5. So habe ich eine gute Mischung, hoffe ich doch.

Weiterhin bin ich heute mit Ulrike (der Gastgeberin) einkaufen gefahren in eine südafrikanische ShoppingMall. Dort gibt es dann verschiedene Lebensmittel und definitiv nichts für mäklige Menschen. Unmengen verschiedener Fleischsorten in allen Formen und Farben. Genauso wie bei dem Käse. Es gibt keinen normalen Käse, nur eingefärbten und chemischen. Die Preise sind allerdings sehr ähnlich wie bei uns. Etwas komisch ist der Umstand, dass an den Kassen nicht nur eine Kassierin ist, sondern auch immer eine Einpackerin. Selbst wenn man eine Tüte mitgebracht hat und diese nicht dort kauft, wird sie einem abgenommen und man "darf" quasi nicht selber einpacken- alles andere wäre unhöflich.

Heute Nachmittag hat es sehr doll gewittert. Das passiert meist mindestens einmal am Tag. Aber vorher (jetzt kommt der Teil zum eifersüchtig werden :) ) konnte ich och ein paar Runde im hauseigenen Pool drehen.

Zwei weitere, mir bisher unbekannte Tatsachen:
- gegen halb sieben am Abend wird es dunkel, um sieben ist es finster. Und man soll dann wirklich nicht mehr raus gehen. Auch der Garten ist "kritisch", denn oft kommen Bettler ans Haus und schauen sich halt um. Deswegen ist es für mich doch sehr ungewohnt ab um sieben alleine in der Wohnung zu hocken.
- weiterhin kommt man hier einfach nicht weg :) Ich bin total auf Familie Franzmann angewiesen. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht und zum Laufen ist es zum einen zu weit und zum anderen wird es auch nicht empfohlen. So ist es etwas schwierig sich fortzubewegen. Allerdings gibt es immer noch die Möglichkeit sich ein Auto für ein paar Tage zu mieten (und das bei Linksverkehr...aaaaah!!) oder aber: der Schulleiter glaubte heute zu wissen, dass in den nächsten Tagen noch ein Praktikant/eine Praktikantin an die DSJ kommt. Das wäre natürlich super und man könnte sich ja vielleicht zusammen tun.

Liebste Grüße aus dem sommerlichen Johannesburg!

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